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Stefan Osthaus Vortrag

„Sie sehen schon: es geht um mehr als nur Work und Life!“ – Interview mit Stefan Osthaus

Stefan Osthaus ist Experte für Balance, Kunden- & Mitarbeiterzufriedenheit. Im Interview erklärt er, warum Balance in unserem Leben so wichtig ist und was ihn an dem Begriff Work-Life-Balance stört.

Herr Osthaus, Sie waren für 120 Millionen Konsumenten und zehntausenden Mitarbeiter weltweit zuständig. Inwieweit hat diese Erfahrung Ihre Erkenntnisse und Strategien bis heute beeinflusst?

Ja, das war tatsächlich eine ideale Kombination! Als Worldwide Vice President Customer and Employee Experience habe ich erleben dürfen, wie sehr die beiden Bereiche miteinander verbunden sind. Es stimmt: nur zufriedene Mitarbeiter können zufriedene Kunden schaffen.

Ein Ergebnis dieser Erfahrungen ist, dass ich in meinen Vorträgen und meiner Beratungstätigkeit sehr pragmatisch und anhand von konkreten Beispielen aufzeigen kann, wie man die Bereich von Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit synergetisch kombinieren kann. Gleichzeitig kann ich anhand von Daten belegen, wie man so viel erfolgreicher ist, als bei isolierter Optimierung eines der beiden Bereiche.

 

Sie beschwören das Ende der Work-Life-Balance herauf. Warum ein so drastischer Schritt? Und Was füllt das entstehende Loch?

Der Begriff suggeriert, dass das Leben aus zwei “Zonen” besteht: der Arbeit und der Nicht-Arbeit, also dem “Leben”. Das ist natürlich Unfug! Natürlich besteht das Leben aus viel mehr Bereichen, die zueinander im Gleichgewicht stehen sollten: Da sind Sie als Person, Ihre Freunde, Ihre Familie, Ihre Beziehung und Ihre Arbeit. In meinen Vorträgen und der Arbeit mit Kunden betrachte ich dabei Bereiche wie die Zeit, die man für sich selbst hat, die eigenen Werte, das Zuhause, die finanzielle Situation etc…

Sie sehen schon: es geht um mehr als nur Work und Life!

Als Belohnung für eine solch differenziertere Betrachtung erzielt man dann auch gleich größere Erfolge in der Lebensbalance. Dabei geht es nicht darum, viele vermeintlich gute Dinge zusätzlich auf den Terminplan zu setzen, z.B. Sport, Zeit mit der Familie, Theaterbesuche etc. Das ist in den meisten Ausgangssituationen gestörter Lebensbalance völlig unrealistisch, da man ja eh schon hoffnungslos überlastet ist.

Hier setzt meine Arbeit an: Ich adressiere immer zuerst die Überlastungssituation und verbessere mit Methoden und Werkzeugen diese Problematik, bevor wir überhaupt über neue, vorteilhafte Aktivitäten sprechen. Das kommt bei meinen Zuhörern sehr gut an, weil es pragmatisch und realistisch ist.

 

Sie sprechen von einer Balance im Büroleben, die auch vom Führungspersonal vorgelebt werden sollte. Was meinen Sie damit? Und warum ist diese so wichtig?

Der Fisch stinkt wie immer vom Kopf her! Wenn Führungskräfte nicht erkennen, was sie mit vermeintlich guten Beispielen aus der Workoholic-Welt und unbedachten Sprüchen anrichten, dann kann man die Lebensbalance im Team auch nicht nachhaltig verbessern.

Oft ist der Wille zur Verbesserung aber vorhanden. Dort kann ich mit meinen Führungskräfte-Schulungen “The Balanced Leader” helfen, eine schnelle Veränderung zum Besseren herbeizuführen.

 

Wann ist ein Vortrag für Sie erfolgreich?

Vom Ablauf her, wenn der Auftraggeber mir im Vorgespräch erklärt hat, was er mit und auf der Veranstaltung erreichen möchte, und wenn ich dieses Ziel mit meinem Vortrag tatkräftig unterstützt habe.

Vom Publikum her ist ein Vortrag für mich erfolgreich, wenn ich sehe, wie Handies aus der Hand gelegt und Laptops zugeklappt werden und sich die Zuhörer in ihren Sitzen nach vorne beugen, um besser zuhören zu können. Der Moment, wenn dann der Saal wie eins einem Gedanken folgt, über ein Beispiel lacht oder bei einer Erkenntnis leuchtende Augen bekommt. Das ist Erfolg, und das ist der wahre Lohn für die Mühe, den perfekten Vortrag zu halten.

 

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Osthaus!