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Steffi Burkhart

„Während Babyboomer noch großgeworden sind mit dem Glaubenssatz „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, wollen junge Leute heute beides. “ – Interview mit Dr. Steffi Burkhart

Steffi Burkhart ist Sprachrohr der Generation Y, professionelle Speakerin, Autorin, Trainerin und unterrichten Studenten an einer Hochschule. Lesen Sie hier ihr exklusives Interview mit Athenas.

Frau Dr. Burkhart, Sie sind Sprachrohr der Generation Y, professionelle Speakerin, Autorin, Trainerin und unterrichten Studenten an einer Hochschule. Können Sie uns ein wenig über Ihre Arbeit erzählen?

Ich bin viel unterwegs als Speakerin, in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ob bei Kongressen, Verbänden, DAX-Unternehmen oder im Mittelstand. Alle sind mit der gleichen Herausforderung konfrontiert: Wie können wir in einem zukünftigen Bewerbermarkt guten Nachwuchs für uns gewinnen und dort auch längerfristig halten. Häufig habe ich dabei mit der Entscheider Ebene zu tun. Was gut ist! Genau dort muss das Thema angesiedelt sein. Auf Anfrage stehe ich auch für Workshops oder Trainings zur Verfügung. Und wenn ich nicht unterwegs bin, unterrichte ich Masterstudenten im Bereich Wirtschaftspsychologie zu den Themen Personalmanagement und Organisationsentwicklung. Das ist mir ein großes Anliegen, junge Menschen auf die Arbeitswelt gut vorzubereiten und Ihnen Mut statt Angst zu machen.

 

Was erwartet Ihr Publikum bei einem Ihrer Vorträge?

Die Teilnehmer – ob jung oder alt sagen, ich sei eine Mischung aus Vitalität und Wissen auf der Bühne, kitzle den Verstand und schaffe Emotionen. Das finde ich schon ein ziemlich cooles Feedback. Mir ist es wichtig, innerhalb kurzer Zeit viele interessante Impulse zu platzieren, auf eine lockere, jugendliche Art. Je nach Kundenwunsch konzentriere ich mich auf folgende Themen: Wer ist die Jugend von heute, warum ist sie ein wichtiger Treiber für den Kultur- und Wertewandel in der Arbeitswelt, wie verändern sich Ansprüche an Arbeit und Führung, wie verändert sich das moderne Recruiting und wie schafft man es, junge Mitarbeiter länger an sich zu binden. Dabei spielt die Unternehmenskultur eine ganz zentrale Rolle. Hinzu kommen dann auch Themen zum Generationen- und Mindset-Mix.

 

In Ihren Vorträgen beschreiben Sie, wie die Generation Y tickt. Können Sie uns einen kleinen Einblick geben?

Junge Menschen sind beeinflusst von gesellschaftlichen Entwicklungen und Megatrends wie Individualismus, Konnektivität, Female-Shift, Multigrafien oder verändertes Statusdenken. Generation Y, die sich zusammensetzt aus den heute 20 bis Mitte 30-Jährigen, bringt das Baby Internet zum Laufen und ist die erste Generation, die die Deutungshoheit über das wichtigste Massenmedium unserer Zeit hat, dem Internet, hat. Sie denken weniger analog als digital und viele Jungunternehmer gründen aus einem digitalen Mindset heraus. Das stellt die Regeln der Old Economy auf den Kopf. Genauso unsere demografische Entwicklung. Die verändert sich von einer Alterspyramide zu einem Altersdöner – die einzig wachsenden Generationen sind die Ü60-Jährigen. Wir bewegen uns hin zu einem Bewerbermarkt, auch das prägt eine junge Generation im Anspruchsdenken. Und wir sind die erste Generation, die mit Helikopter-Eltern aufgewachsen sind, die immer über uns gewacht haben, für uns gesorgt haben und uns mit auf den Weg gaben: Kinder, tut im Leben immer das, was euch Spaß macht – privat und beruflich. Das prägt! Und verändert Glaubenssätze. Während Babyboomer noch großgeworden sind mit dem Glaubenssatz „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, wollen junge Leute heute beides. Das führt in einigen Unternehmen zu Spannungen. Als erste Internetgeneration sind wir auch eine Kommunikation und Austausch im Netzwerk gewohnt. Unsere Eltern und Großeltern kennen mehr das stark hierarchische Denken und Handeln. Auch hier klaffen teilweise zwei Welten aufeinander. Und auch die Wissenschaft plädiert seit Jahren für ein zusätzliches Betriebssystem in Unternehmen. Prof. Kotter spricht beispielsweise von einem dualen Betriebssystem: Hierarchie in Verbindung mit einer neuen Informations- und Kommunikationsarchitektur im Netzwerk. Vier Beispiele, die auch zeigen, welche Rolle junge Menschen im Werte- und Kulturwandel einnehmen und weshalb sie eben ein wichtiger Treiber für Veränderungen in der Gesellschaft und Arbeitswelt sind. Ähnliche Beispiele gibt es dann übrigens auch für den Handel.

 

Wie bereiten Sie sich auf einen Ihrer Vorträge vor?

Lange. Mir ist es wichtig, mich auf jeden Kunden individuell vorzubereiten.

 

Woher nehmen Sie die Inspiration für Ihre Arbeit und Ihre Vorträge?

Wenn man viel unterwegs ist, kriegt man viel mit: Wo sind Erfolgsgeschichten, wo die No-Gos, was sind die Must-Haves? Das inspiriert. Auch meine Studenten sind eine gute Informationsquelle – vor allem, weil ich gerne mit denen experimentiere. Wie suchen die bspw. nach einem Job. Wo fangen sie an? Mit welchen Begriffen? Welche Unternehmen kennen sie? Wie viele? Welche Webseiten finden sie cool oder altbacken? Und natürlich recherchiere ich viel, lese viel und diskutiere gerne – ob mit jungen Menschen, Entscheidern, Personalern oder Experten. Dass alles natürlich aus der Brille der Generation Y, weil ich selbst in meinem Altern mit dazugehöre.

 

Vielen Dank für das Gespräch!