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Emanuel Koch

„Angst vor Veränderungen ist normal“ – Interview mit Emanuel Koch

Als Change Management Experte weiß Emanuel Koch, dass Menschen Angst vor Veränderungen haben. Dabei ist diese Angst keine Schwäche, sondern kann durchaus erfolgsbringend genutzt werden!

Emanuel Koch ist Change Management Experte. In seinen Vorträgen erklärt er warum Veränderungen Erfolg bringen. Veränderungen schaffen jedoch oftmals Angst vor dem Ungewissen. Im exklusiven Interview mit Athenas spricht er über die Wichtigkeit von Veränderungen, Risiken, das Erfüllen von Träumen und Musik.

 

Herr Koch, Sie sind Change Management Experte. Warum hat der Mensch so Angst vor Veränderungen?

Weil wir nicht wissen, wie wir uns nach einer Veränderung fühlen werden! Und die Angst vor möglichen Konsequenzen, wenn Dinge anders laufen als erhofft, ist immens groß: Zurückweisung, Bloßstellung, gesellschaftlicher Isolation, Ächtung, Selbstwert-Reduktion. Oft sind diese Ängste den Beteiligten selbst gar nicht klar, weil das Ganze unterbewusst passiert.

Angst vor Veränderung ist nicht logisch, sondern ein emotionales Thema. Firmen unterschätzen diesen Faktor – für alles werden überwiegend logische Erklärungen und Modelle gesucht. Ängste, Sorgen oder Zweifel werden in der Wirtschaft meistens sogar tabuisiert und gelten leider als Zeichen von Schwäche. Dabei sind sie normal, jeder hat sie und man könnte sie sogar produktiv nutzen.

Meine Grundregel lautet: Wenn das Logische nicht funktioniert, dann sind Emotionen schuld! Und das Logische funktioniert sehr oft nicht – zumindest wenn Menschen beteiligt sind.

Es ist also BEIDES wichtig: Verständnis der logischen Zusammenhänge, Prinzipien, Erfolgsregeln für Veränderungen. Und parallel das Verständnis, warum die Umsetzung für Menschen oft schwer ist.

 

Sie haben einmal gesagt, dass Risiken oft die größten Erfolge bringen. Wie ist es möglich Risiken richtig einzuschätzen und somit richtige Entscheidungen zu treffen?

In Ihrer Frage ist bereits das traditionelle Verständnis von „Risiko“ verankert. In den allermeisten Fällen geht es dabei um logische Betrachtungen und letztendlich fast immer um die Einschätzung eines finanziellen Risikos, was man bereit ist einzugehen. Viel wichtiger für den Erfolg ist es jedoch, ein Verständnis von emotionalen Risiken zu gewinnen. Was für den einen sehr leicht und „Kinkerlitzchen“ sind, ist für den Andere vielleicht enorm schwer. Es geht also um eine individuelle, persönliche Definition von Risiko. Es geht um persönliche Wagnisse, wie z.B. den Wunschkunden endlich anzurufen und das Risiko in Kauf zu nehmen, abgewiesen zu werden und den wichtigen Auftrag nicht zu bekommen.

Wenn wir etwas tun, was sich risikoreich anfühlt aber dennoch für uns selbst immens wichtig ist, dann ist genau das die Quelle für persönliches Wachstum und persönlichen Erfolg.

 

Sie sprechen auch über das Verwirklichen von Lebensträumen. Haben Sie einen Tipp, wie man den ersten Schritt wagt?

In meinem Buch habe ich ein 5-Punkte-Programm skizziert, die ineinandergreifen und ein System bilden. Der erste Schritt ist tatsächlich, sich klar zu werden, dass die Umsetzung von Lebensträumen, wenn man sie denn angeht, in den allermeisten Fällen unangenehm ist – obwohl der Lebenstraum an sich erstrebenswert und positiv ist. Wir müssen nämlich dafür Dinge tun, die wir bisher noch nicht getan haben. Das ist nicht einfach, macht oft Angst. Wenn es leicht wäre, dann hätten wir den Traum ja bereits realisiert. Damit gehe ich im Übrigen völlig kontrovers zu klassischen Motivationsansätzen, in denen suggeriert wird, dass mit Gutfühlen und Motiviertsein die Umsetzung „quasi magisch“ wie von alleine geht. Nein, auf dem Weg zur Umsetzung fühlt es sich auch manchmal sehr schlecht an. Und das darf so sein. Diese Akzeptanz ist wichtig, denn das gute Gefühl wird sich nicht einfach so einstellen. Erst danach, wenn wir es getan haben. Und dann werden wir uns auch großartig fühlen – auf dem Weg dahin oftmals nicht. Die weiteren Schritte in meinem Buch zeigen, wie man sich gut vorbereitet und letztendlich in die Handlung kommt.

Mein Tipp zum Handeln: Erschaffen Sie eine äußere Situation, die Sie zwingt, die Umsetzung anzugehen. Es fällt z.B. viel leichter, sich zum Joggen durchzuringen, wenn man sich dazu verabredet hat und der Freund daher pünktlich an der Tür klingelt. Möglicherweise wird dieser dann sehr resolut, wenn man dann nicht mitkommen möchte – gut so!

 

Sie halten unter anderem auch einen Pianovortrag. Was können Ihre Zuhörer von diesem Vortrag erwarten?

Mit 10 Jahren habe ich angefangen, Klavier zu spielen. Seitdem begleitet mich die Musik. Inzwischen spiele ich auch Saxophon und Ukulele, schreibe selber Musikstücke und habe in einigen Bands gespielt. In den letzten Jahren als Redner habe ich mich immer gefragt, wie ich Musik einsetzen kann, um meine Botschaften den Zuhörern besser/ganzheitlicher/noch emotionaler zu vermitteln. Denn: Letztlich bleibt das hängen, was mit Gefühlen verbunden ist. Musik spricht emotional an. Sie bewegt jeden.

Bezogen auf mein Thema „Herausforderungen“ ist mir dann folgendes aufgefallen: Musiker (und viele andere Künstlergruppen ebenso) haben im Umgang mit Herausforderungen Verhaltensweisen, die wir uns abgucken können. Sie müssen zum Beispiel immer wieder persönliche Risiken eingehen: Sie wissen vorher nicht, wie das Publikum ein neues Musikstück aufnehmen wird. Wird es den Leuten gefallen? Trotz Lampenfieber betreten sie die Bühne und performen. Wie schaffen sie das? Und erst recht, obwohl sie oftmals denken, nicht gut genug zu sein. Sie denken, es könnte noch besser sein. Sie haben Kollegen im Kopf, die vermeintlich besser sind. Sie zweifeln.

Ich habe diese Zweifel als Musiker, Songwriter und Redner natürlich auch immer wieder. Und das war meine Motivation, dieses Format zu entwickeln und in unterhaltsamer und emotional ansprechender Form zu zeigen: Jeder Mensch hat Fähigkeiten, die für Andere wertvoll sind. Und andere merken längst, wie gut wir sind, nur wir selbst sehen das so oft nicht.

Also: In meinen Vorträgen setze ich Musik ein und kombiniere sie mit klassischen Vortragselementen. Als Songwriter schreibe und vertone ich meine Botschaften. Ich spiele am Klavier, ich singe, ich nutze Musiktechnologie. Ich mache all das, für Menschen, die erkennen (und fühlen) wollen, wie gut sie jetzt schon sind.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Haben Sie Interesse an einem Vortrag unseres Referenten? Hier geht es zu Emanuel Kochs Referentenprofil.