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Michael Ehlers

„Wir produzieren unfassbare Datenberge und sind nicht einmal überrascht, dass es findige Köpfe gibt, die damit dann auch etwas anfangen.“ – Interview mit Michael Ehlers

Michael Ehlers ist Kommunikations- und Social Media Experte und Autor. Lesen Sie jetzt sein exklusives Interview mit Athenas!

Herr Ehlers, Sie sind Kommunikationsexperte und beschäftigen sich in ihren Büchern auch damit, die Welt der Daten zu erklären. Welche Änderungen konnten Sie in den letzten Jahren in diesem Bereich feststellen?

Die digitale Revolution hat unser Kommunikationsverhalten innerhalb von nur einem Jahrzehnt komplett verändert. „Online gehen“ ist für uns heute so natürlich wie der Gang zum Einkaufen oder frühstücken. Wir produzieren unfassbare Datenberge und sind nicht einmal überrascht, dass es findige Köpfe gibt, die damit dann auch etwas anfangen. Dennoch macht es uns ängstlich. Aber das Zeitalter der Daten bietet neben den vieldiskutierten Risiken genauso Chancen, die wir nutzen sollten.

 

Unter anderem halten Sie den Vortrag „Herzlich Willkommen im Datengefängnis“. Worum geht es darin?

Noch nie haben Daten und Informationen eine so große Rolle gespielt, noch nie bargen sie derartige Gefahren. Keiner hat uns gefragt, ob wir diese Revolution überhaupt wollen. Und doch sind wir alle mit unseren Smartphones und Tablets in der Hand Haupttreiber dieser rasanten gesellschaftlichen Umwälzung. Das Gefängnis, in dem wir heute sitzen, haben wir uns selbst  gebaut. Wir sitzen darin und kommen nicht mehr heraus. Ich möchte die Leute nicht nur wachrütteln, viele wissen um die Gefahr, die vom Internet und der ständigen Überwachung ausgeht. Was viele nicht kennen: Die spannenden unsichtbaren Prozesse, die dahinter stehen. Und diese müssen nicht nur schlecht sein, sondern bieten auch Chancen. Diese möchte ich in meinen Vorträgen erklären und den Menschen konkrete Tipps geben, wie sie diese Prozesse zu verstehen haben und klug nutzen können.

 

Wenn Sie Motivationsvorträge halten, treten Sie unter dem Namen Hein Hansen als Fischverkäufer auf. Wie kam es dazu?

Als gebürtiges Nordlicht habe ich schon früh mein Herz an die schöne Hansestadt Hamburg mit ihrem Fischmarkt verloren. Beruflich habe ich mich außerdem schon seit über einem Jahrzehnt mit der Motivationstheorie „Fish!“ beschäftigt. Im Zuge dessen durfte ich drei Tage auf dem Pike Place Fish Market in Seattle arbeiten, um einen Blick in den Berufsalltag der motiviertesten Verkäufer der Welt zu werfen. Dann kam mir die Idee, dieses Know-How der Fish!-Philosophie auch als höchstmotivierten Fischverkäufer mit Hamburger Witz und Charme – als Hein Hansen – weiterzugeben. Die Figur des Fischverkäufers als Motivationstrainer ist also keineswegs willkürlich gewählt. Es hört sich vielleicht komisch an, aber manchmal muss man eben einfach ein bisschen verrückt sein. Und meine Zuhörer lieben es.

 

2014 haben Sie den Bestseller „Der Fisch stinkt vom Kopf“ veröffentlicht. Was hat dieses Buch mit Motivation zu tun?

Das Buch „Der Fisch stinkt vom Kopf“ behandelt dieselbe Thematik wie der dazu gehörige Vortrag mit Hein Hansen. Es ist sehr beeindruckend, wie viel wir als Motivationstrainer vom Besuch auf einem Fischmarkt lernen können. Denn alle Prinzipien zum Thema Mitarbeitermotivation und Eigenmotivation, die in diesem Buch beschrieben sind, finden sich dort. Und das obwohl auf dem Markt ein rauer Ton herrscht und die Arbeitsbedingungen hart sind. Aber die Besonderheiten sind der Spaß an der Arbeit und die hohe Motivation der Verkäufer, die eine derartige Atmosphäre schaffen. Wenn es Fischverkäufern gelingt, in diesem Umfeld motiviert zu arbeiten, dann sollten wir das auch schaffen!

 

Wann ist ein Vortrag für Sie persönlich erfolgreich?

Ich werde niemals mit erhobenem Zeigefinger auf der Bühne stehen und meine Zuhörer belehren – nein, ich möchte sie mitreißen, begeistern, sie aber auch zum Nachdenken anregen. Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir die Menschen dort treffen, wo es wehtut. Aus der Rolle des Clowns Hein Hansen heraus wird beispielsweise eine Atmosphäre geschaffen, in der das dann sogar Spaß macht. Wenn mir dies gelingt, ist ein Vortrag in meinen Augen gelungen.

 

Vielen Dank für das Gespräch!