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Matthias Pöhm

„Ich will immer nur das beste Ergebnis“ – Interview mit Matthias Pöhm

Matthias Pöhm ist Rhetoriktrainer und Schlagfertigkeitscoach – um eine Antwort ist er nie verlegen! Im Interview mit Athenas verrät er welche Alternativen es für PowerPoint gibt und was eine gute Präsentation ausmacht.

Matthias Pöhm ist der König der Schlagfertigkeit! Im exklusiven Interview mit Athenas spricht er über Rhetorik, warum so viele Firmen 08/15 Vorträge halten und wieso PowerPoint nicht die wirksamste Variante für Präsentationen ist.

 

Herr Pöhm, Sie sind Rhetoriktrainer und Schlagfertigkeitscoach. Warum ist es sinnvoll sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen?

Jeder hat schon einmal erlebt, dass ihm die Antwort erst eine Stunde später eingefallen ist. Es gibt aber Systematiken, wie man kluge Antworten auf Anhieb geben kann. Das ist wie mit der Grammatik: Auch wenn sich ein Muttersprachler beim Sprechen überhaupt keine Gedanken darüber macht, gibt es Regeln, die er intuitiv anwendet. Genauso gibt es Muster bei schlagfertigen Antworten.

Mein zweites Thema ist das Reden vor Publikum. Bei beiden Themen geht es um das Selbstwertgefühl und den Erfolg. Viele Menschen haben Probleme vor Publikum so rüber zu kommen, wie sie sich das wünschen. 7 von 10  Zuhörern schalten bei herkömmlichen Präsentationen innerlich ab. Viele Firmen wollen anders sein, als alle anderen, aber Ihre Präsentationen sind leider 08/15 wie alle anderen. Ich habe viele Mechanismen entwickelt, wie man nicht nur speziell rüber kommt, sondern auch um einen Faktor mehr überzeugt und das zeige ich den Leuten.

 

Sie sind Gründer der Anti-PowerPoint-Partei. Welche Alternative können Sie zu PowerPoint anbieten?

Ich habe ein eisernes Prinzip: Ich will nicht Recht haben, sondern immer nur das beste Ergebnis. Mit diesem Prinzip hab ich PowerPoint gegenüber der Alternative ausgetestet und dann immer das gewählt, was die höchste Wirkung hatte. In 95% war das leider die Alternative. Ich will PowerPoint nicht abschaffen, sondern nur aufmerksam machen, dass es wirksamere Alternativen gibt. Folgende zwei Möglichkeiten haben Sie: 75% aller Folien sind Text-Folien. Hier gilt: Lassen Sie die Folie komplett weg und sprechen Sie frei. Die Wirkung Ihrer Worte verdoppelt sich, wenn Sie die Information nicht noch einmal hinter sich als betreutes Lesen eingeblendet haben. Die zweite Alternative ist das Flipchart. Ich habe festgestellt, dass die Wirkung einer Zeichnung im Akt des Erschaffens liegt und nicht im fertigen Bild. Aber bitte glauben Sie mir nicht: Probieren Sie es tatsächlich aus und nehmen Sie dann das, was die meiste Wirkung hatte. Die meisten Präsentatoren probieren es aber leider nicht aus, sondern sie hängen ungeprüft an ihren Glaubenssätzen.

 

Wie kamen Sie zur Rhetorik?

Ich hatte schon als Schüler Riesen Probleme vor Menschen zu reden, nicht Angst sondern Horror war mein Normalzustand. Ich hatte ein Schlüsselerlebnis. Damals war ich in meiner Firma als Personalvertreter gewählt. Bei einer Belegschaftsversammlung wurde ich spontan vom Chef aufgefordert, etwas zum Thema Personalvertretung zu sagen. Knallrot und mit bebender Stimme stammelte ich damals etwas daher. Es wurde die Total-Blamage vor der ganzen Belegschaft. Das war der Beginn meiner Karriere, denn ab da wollte ich diese Redehemmung weg bekommen und stürzte mich wie ein Besessener in die Rhetorik. Heute coache ich Spitzenkräfte aus Politik und Wirtschaft für deren öffentlichen Auftritte und trete als Keynote-Speaker auf Gross-Kongressen auf. Ich bin Selbstheiler, ich weiss wovon ich rede.

 

2013 haben Sie das Buch „Präsentieren Sie noch oder faszinieren Sie schon?“ veröffentlicht. Worum geht es darin?

Ich bin eine Forschernatur. Ich versuche immer Dinge selbst zu untersuchen und Neues auszuprobieren. Das habe ich während 15 Jahren auch im Bereich Rhetorik und Präsentation gemacht. Wenn Sie das ständig tun, können Sie nicht verhindern, dass Sie immer neue Techniken für bessere Wirkung und Überzeugung entdecken. Nur Gefühle bewegen. Die Logik kann keine Entscheidungen fällen. Alle Techniken und Tricks gehen darum, wie man auf die Gefühlsebene der Menschen kommt und dort den Schalter für eine Entscheidung umlegen kann. Ich würde sagen, dass ca. 60% der Dinge in meinem Buch neu sind, und nur dort veröffentlicht wurden.

 

Was können Ihre Zuhörer von einem Ihrer Vorträge erwarten?

Der Vortrag, der im Moment am meisten gebucht wird hat den Titel: „Abschied vom betreuten Lesen – Ohne PowerPoint die dreifache Wirkung erzielen“. Darin zeige ich den Zuschauern, was ein Redner, der 1000% von Ihrer Aussage überzeugt sind, intuitiv körpersprachlich tut. Wenn man das nämlich weiß, dann kann man damit dieselbe 1000 prozentige Überzeugung im Publikum erzeugen. Dann demonstriere ich in der Gegenüberstellung, was PowerPoint tatsächlich im Publikum auslöst und zeige, wie man mit Flipchart die Dinge nicht nur schneller kapiert, sondern sie auch viel besser behält und gleichzeitig unterhaltsamer ist.

 

Vielen Dank für das Gespräch!