Chat with us, powered by LiveChat

Loading content ...

Keynote Speaker Lukas Irmler

„Das ist es auch, was ich den Menschen in meinen Vorträgen mit auf Ihren Weg geben will – Traut Euch und schaut Euren Ängsten ins Auge.“ – Interview mit Lukas Irmler

In seinem exklusiven Interview mit Athenas spricht der Speaker Lukas Irmler über seine Erfahrungen beim Highlinen und warum ihn der Sport so fasziniert.

Herr Irmler, mit 18 entdeckten Sie das Slacklinen. Was fasziniert Sie nach wie vor so an dem Sport, dass es Sie nicht loslässt?

Ich glaube es ist die dynamische Balance der Slackline! Man ist niemals in vollständiger Ruhe, sondern immer in Bewegung, stets damit beschäftigt sein Gleichgewicht neu auszurichten und den nächsten Schritt zu wagen. Man kann sagen, das ist eigentlich wie im Leben so oft! Etwas Neues zu wagen, meine Grenzen zu erforschen und immer wieder scheinbar unmögliche Herausforderungen anzunehmen und Stück für Stück in meine Realität zu verwandeln, ist sicherlich das was mich generell antreibt. Mit dem Slacklinen habe ich einfach meinen Weg gefunden diese Passion zu kanalisieren, mich selbst auszuleben und meine Leidenschaft weitergeben zu können.

 

Sie haben das Slacklinen nicht nur als neues Hobby entdeckt, sondern suchen beim Highlinen immer wieder die Extreme. Was reizt Sie so sehr daran?

Die Angst! Beim Highlinen, also dem Slacklinen in großer Höhe, spielt der Geist eine überragende Rolle. Die Fähigkeit seine Ängste zu managen, seine Emotionen zu kontrollieren und den Fokus auf das Hier und Jetzt zu schärfen, sind die Ingedenzien um auf der Highline seine Ziele zu erreichen. Ich denke, genau diese Fähigkeiten braucht man aber im ganzen Leben um Erfolg zu haben und vor allem um mit sich selbst im Reinen zu sein. Das Slacklinen hat mir eine grandiose Möglichkeit eröffnet viel über meine Psyche, meine versteckten Ängste, meine Motivation und meine Persönlichkeit zu erfahren und zu lernen. Wenn man einmal begonnen hat, sich so intensiv mit sich selbst auseinander zusetzten, kann man unglaublich viel verändern. Das ist es auch, was ich den Menschen in meinen Vorträgen mit auf Ihren Weg geben will – Traut Euch und schaut Euren Ängsten ins Auge.

 

Worin liegt die größte Herausforderung, wenn Sie in der Mitte Ihrer Highline stehen, egal ob über einem Vulkan in Südamerika oder in den Alpen?

Die wahre Herausforderung ist immer die Psyche! Klar ist das Highlinen, besondern in großen Höhen oder bei sehr langen Slacklines, eine extrem anstrengende Sache, aber am Ende entscheidet immer der Kopf über Erfolg oder Niederlage. Ich muss in der Lage sein, mich trotz aller Ablenkungen auf meinen nächsten Schritt voll und ganz zu konzentrieren. Gerade ab der Mitte einer Line kommen dann natürlich viele gemischte Emotionen dazu. Man hat das Ziel – das Ende der Line – in Reichweite und dann steigt der Druck. Jetzt zu fallen würde alles zunichte machen, was man sich bis dahin erkämpft hat. Mit jedem Schritt steigt die innere Erwartungshaltung eines Erfolgs – das kann beflügeln oder aber eine Spirale negativer Emotionen lostreten, bei der man nur noch daran denken kann, wie schlimm jetzt einen Fehltritt, eine Windböhe oder ein Moment der Unaufmerksamkeit wäre. Diese Spirale gilt es im Ansatz zu unterdrücken und die Gedanken wieder auf ein positives Gleis zu lenken, sich selbst zu bestärken ohne den Fokus auf das Wesentliche zu verlieren – den nächsten Schritt.

 

Was motiviert Sie, immer wieder neue Projekte zu starten? Gibt es auch Gründe warum Sie manchmal einen Moment innehalten?

Motivation ist etwas ganz persönliches und spannendes. Ich denke fast jeder Mensch will wachsen, sich entwickeln und besser werden in dem was er tut. Bei mir sind diese Herausforderungen und Projekte einfach etwas anders als bei den Meisten. Die Motivation dahinter ist aber fast immer ähnlich. Ich fühle mich einfach am lebendigsten wenn ich Neues erfahre. Sei dies ein neuer Einblick in fremde Kulturen beim Reisen, eine Erkenntnis beim Lesen eines spannenden Buches oder ein neuer Trick auf der Slackline. All dem liegt zu Grunde, dass ich mich als Mensch entwickle und neue Fähigkeiten erwerbe, das macht mir unglaublich viel Spaß. Man kann aber freilich nicht immer Neues lernen und sich mit Herausforderungen konfrontieren. Wir Menschen brauchen auch mindestens genauso viel Ruhe, Erholung und Zeit zur Reflektion. Dies findet meist in unserer Komfortzone statt, also in dem Bereichen unseres Lebens in denen wir uns sicher, wohl und gefestigt fühlen. Durch mein stetes Suchen nach neuen Projekten und neuen Erfahrungen erweitert sich diese Komfort Zone allerdings auch ständig und oftmals kann ich heute in Tätigkeiten Erholung finden, die vor wenigen Jahren noch absolut am Limit für mich waren. Ein einfacher Spaziergang auf einer Highline ist für mich heute ein erholsames und wiederbelebendes Freizeitprogramm. Vor nur wenigen Jahren war das selbe Erlebnis weit in meiner Panikzone und mit allergrößter Überwindund und Anstrengung verbunden. Wir wollen also alle wachsen um uns in vielen Situationen wohler und entspannter fühlen zu können!

 

Worauf sollte sich Ihr Publikum vor einem Ihrer Vorträge gefasst machen?

Auf eine gehörige Portion Angst! Die meisten Menschen bekommen beim Anblick meiner Bilder schon feuchte Hände. Am Ende meiner Vorträge können sie aber meist sehr gut verstehen, warum ich mich für das Slacklinen als Lebensinhalt entschieden habe. Meine Leidenschaft ist es immer wieder Neues zu suchen und auch zu schaffen und dadurch den Blick der Menschen zu öffnen – für die vielen Möglichkeiten und Chancen in unser aller Leben. Sich in solchen Momenten nicht von seinen häufig unbegründeten Ängsten zurückhalten zu lassen, sondern mutig Neues zu wagen und sich nicht zu scheuen Hilfe anzunehmen, ist denke ich sehr wichtig auf unser aller Wegen. Durch meine persönlichen Erfahrungen mit der Höhenangst, dem Erfolgsdruck als Leistungssportler und den Lebensphilosophien unterschiedlicher Kulturen habe ich einen guten Stand im Leben um anderen Meschen wertvolle Impulse für ihren eigenen Weg geben zu können. Das ist es, was ich an meinem Beruf inzwischen so schätze – die Möglichkeit meine Erfahrungen zu teilen und anderen Menschen Mut machen zu dürfen.

 

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Irmler!