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Benedikte Baumann

„Menschen müssen überzeugt und gewonnen werden“ – Interview mit Benedikte Baumann

Soft Skills sollten nicht als „nice to have“, sondern als „absolute must“ gesehen werden! Im Interview mit Athenas erklärt Benedikte Baumann warum das persönliche Auftreten so wichtig ist und vor welchen Herausforderungen Manager in Sachen Kommunikation stehen.

Benedikte Baumann ist Expertin für persönliches Auftreten, Kommunikationstechniken und Präsentationen. Sie macht klar, dass sogenannte Soft Skills als ein Muss in Unternehmen gesehen werden sollten. Im exklusiven Interview mit Athenas spricht sie über Führungskommunikation, Herausforderungen in der Kommunikation und den gelungenen Auftritt.

 

Frau Baumann, Sie haben sich auf Auftreten und Kommunikation spezialisiert. Warum ist ein gelungener Auftritt so wichtig?

Im digitalen Zeitalter hat sich unsere Kommunikation verlagert und die Komplexität in der Kommunikation hat deutlich zugenommen – so kommt dem persönlichen Auftreten bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine noch größere Bedeutung zu. Denn wie viel Gewicht messen wir einer Email heute zu? Und welche Bedeutung hat zum Beispiel ein Wertemodell auf dem Papier, wenn die Werte nicht operationalisiert, emotionalisiert und verinnerlicht werden? Die ideale Führungskommunikation hat meiner Meinung nach einen positiven Wert, um die Komplexität in der Kommunikation zu beherrschen und somit Orientierungsdefizite und Interaktionsbarrieren zu vermeiden.

 

Im Management wird das Potenzial des persönlichen Auftretens oftmals (noch) nicht genutzt. Warum ist das so?

Der Begriff Soft Skills suggeriert mir, dass die Bedeutung individueller Kompetenzen eher nachrangig ist. Das sie als „Nice to have“ aber nicht als „an absolute must“ gesehen werden – wie ich es jedem empfehlen würde. Bislang lässt es sich kaum in harten Zahlen messen (außer in Krankheitstagen oder Recruitingkosten), ob eine Führungskraft durch ihr Auftreten einen starken Beitrag zur Mitarbeiterbindung und Identifikation mit dem Unternehmen oder zum positiven Unternehmensimage nach innen und außen liefert oder eben nicht. Da wirtschaftliche Aspekte als Argumente für Entscheidungsprozesse selbstverständlich mit einbezogen werden, individuelle und persönliche Aspekte jedoch häufig kaum beachtet werden, gibt es selten eine Rückkopplung zum persönlichen Auftreten. Doch für wen geben Mitarbeiter mehr als erwartet? Und welche Unternehmen gewinnen die Besten am Markt für sich? Und wann wird aus dem Kunden ein Fan? Ich würde sagen, wenn das Potential des persönlichen Auftretens optimal genutzt wird und die Unternehmenskultur stimmig ist!

 

Welches sind die größten Herausforderungen in der Kommunikation, wenn man auf das heutige Management blickt?

In Zeiten schneller Veränderung ist die Bewältigung der Komplexität in der Kommunikation ein großes Thema. Es gibt kaum Gelegenheit für einen langsamen Vertrauensaufbau, kaum eine Chance auf eine gründliche Phase des Kennenlernens. Geschäfte macht man jedoch mit Menschen und nicht mit Robotern. Und Menschen müssen nun mal überzeugt und gewonnen werden. Dafür sind Kommunikations-anforderungen zu erfüllen, die jeden als Persönlichkeit sichtbar machen, mit einem angemessenen Maß an Emotionalität und Bezogenheit auf den oder die jeweiligen Gesprächspartner. Die zielgruppengerechte Ansprache und die adressatengerechte Kommunikation wird aber – auch aufgrund von Zeitdruck, oft nur am Rand berücksichtigt.

Hinzu kommen in vielen Unternehmen Orientierungsdefizite, beispielsweise durch eine Inkongruenz von extern platzierten Botschaften und intern gelebten Werten. Solche Brüche verursachen wiederum komplexe Probleme, die meist nur kurzfristig oder punktuell bearbeitet werden. Um langfristig der Komplexität in der Kommunikation erfolgreich zu begegnen braucht es eine Veränderung im Denken und im Handeln.

 

Sie sind Expertin für den persönlichen Auftritt. Verraten Sie uns, wie Sie sich auf Ihre Vorträge vorbereiten?

Ich stimme mich gründlich auf meine Zielgruppe ein und beschäftige mich neben meinen Inhalten mit den Erwartungshaltungen, dem Vorwissensstand und den Interessen meiner Zuhörer und fokussiere mich darauf.

 

Wann ist ein Vortrag für Sie persönlich erfolgreich?

Wenn der Vortrag spannend und unterhaltsam war, sprich Herz und Verstand angesprochen hat. Und wenn das zuvor gesetzte Kommunikationsziel erreicht ist und die Kommunikationsebene richtig gewählt war! Denn je nachdem, ob es um neue Informationen oder um begeisternde und überzeugende Inhalte geht: auch ein Publikum möchte erobert und gewonnen werden!

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Haben Sie Interesse an einem Vortrag unserer Referentin? Hier geht es zu Benedikte Baumanns Referentenprofil.