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Speakerin Ingrid Gerstbach - Interview

„Es braucht ein Verständnis über die Handlungen und die wirklichen Bedürfnisse des Menschen.“ – Interview mit Ingrid Gerstbach

Unsere Referentin Ingrid Gerstbach spricht in Ihrem Interview darüber, was ein Unternehmen braucht, um erfolgreich zu sein oder zu bleiben.

Frau Gerstbach, in Ihren Vorträgen sprechen Sie von den Strategien des Design Thinking.
Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Design Thinking ist ein Ansatz, den Unternehmen verwenden und nutzen können, um komplexe Probleme zu lösen. Dabei geht es allerdings nicht nur um die Methode. Design Thinking ist vielmehr ein nutzerorientierter Prozess, bei dem es um den Menschen geht. Wenn wir Produkte, Services oder auch interne Prozesse entwickeln oder verbessern wollen, müssen wir wissen, wie der Kunde denkt. Design Thinking wechselt kreatives mit dem analytischen Denken ab.

Warum werden Ihrer Meinung nach heutzutage Fehler am Arbeitsplatz nicht mehr toleriert?

Wir leben in einer starken Leistungsgesellschaft, die einen enormen Erfolgsdruck auslöst. Dabei zeigen Studien, dass nur der, der bereit ist, einen Fehler zu machen, etwas wirklich Originelles schaffen kann. Trotzdem stigmatisieren Unternehmen Fehler. Die meisten glauben, dass Fehler das Schlimmste sind, was passieren kann, denn so würden wir uns blamieren und als dumm abgestempelt werden. Das Ergebnis ist, dass Unternehmen so den Menschen ihre kreativen Fähigkeiten wegnehmen.

Sie sagen, dass die Mitarbeiter der Schlüssel zum Erfolg sind. Können Sie das konkretisieren?

In den meisten Unternehmen kommen die emotionalen Erwartungen der Mitarbeiter zu kurz. Dabei ist es schon lange nicht mehr genug, den Mitarbeitern nur ein Gehalt auszuzahlen und sie als austauschbaren „Ressource“ zu sehen. Wir alle haben das zutiefst menschliche Bedürfnis, als Individuum wahrgenommen und behandelt zu werden. Unternehmen, die das wissen, strahlen mehr Anziehungskraft aus und die Mitarbeiter leisten mehr von sich heraus. Ein zufriedener und glücklicher Mitarbeiter wird immer erfolgreicher sein, als ein unzufriedener und unglücklicher Mitarbeiter. Denn dann sind Menschen bereit, engagiert und produktiv zu sein und das Beste zu geben.

Welche Art von Umdenken ist Ihrer Meinung nach notwendig, um nicht von der Digitalisierung abgehängt zu werden?

Der größte Hoffnungsträger von Unternehmen ist die vielbeschworene Digitalisierung. Wir erhoffen uns inständig, dass die Digitalisierung uns dabei hilft, effizienter zu werden. Aber um wirklich erfolgreich zu sein, muss zuerst verstanden werden, was der Mensch braucht und wie Unternehmen ihn wirklich unterstützen können. Es braucht ein Verständnis über die Handlungen und die wirklichen Bedürfnisse des Menschen.

Worauf darf sich das Publikum in Ihren Vorträgen und Workshops freuen?

Gerade in meiner Arbeit geht es darum, dass Verstehen über das Handeln kommt. Diesen Ansatz verfolge ich auch in meinen Vorträgen und Workshops. Deswegen ist der theoretische Teil eher kurzgehalten und der interaktive, der praktische Part steht im Vordergrund.

 

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Gerstbach!