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Keynote-Speakerin Ulrike Lehmann

„Die Kunst fördert die Wirtschaft da, wo man die Kunst in den Arbeitsalltag integriert.“ – Interview mit Dr. Ulrike Lehmann

Im exklusiven Interview mit Athenas spricht die Kunsthistorikerin und Unternehmerin Dr. Ulrike Lehmann über ihre Leidenschaft für die Kunst und deren Relevanz für Unternehmen in der Zukunft. Lassen auch Sie sich für Kunst und Ulrike Lehmanns Vorträge begeistern.

Frau Lehmann, Sie sind Kunsthistorikerin und -vermittlerin. Woher kommt Ihre Leidenschaft für die Kunst?

Schon als ganz kleines Kind haben meine Eltern mich mitgenommen in die Krefelder Museen und die avantgardistischen Ausstellungen dort. Damals wurde die Pop Art gefeiert, Joseph Beuys sprang da rum, Objekte von Christo, die blauen Arbeiten von Yves Klein oder die Künstler von arte povera (z.B. Rauchabdrücke von Jannis Kounellis) und der Steinkreis von Richard Long waren zu sehen. Ich erinnere mich auch noch an das Bild mit den Buchstaben LOVE von Robert Indiana im Treppenhaus. Immer wieder sah ich neue, junge Kunst und immer wieder stellte ich schon als Kind und Jugendliche Fragen an diese Kunst. Ich wollte sie verstehen, mehr erfahren.

So war es nur folgerichtig, dass ich Kunst studierte – erst Kunstpädagogik, später auch Kunstgeschichte – und als Kunstvermittlerin und Kuratorin in Museen landete. Viele Jahre habe ich in großen Museen gearbeitet, bevor ich mich selbständig gemacht habe, um die Kunst der Wirtschaft zu vermitteln.

 

Für Sie gehört Kunst in die Wirtschaft. Warum und wie sollten Unternehmen Kunst nutzen? Warum gelingt es vielen aber nicht, Kunstwerke richtig auszuwählen und einzusetzen?

Die KUNST FÖRDERT DIE WIRTSCHAFT da, wo man die Kunst in den Arbeitsalltag integriert, sie den Mitarbeitern zugänglich macht, um sie für Inspiration und Kreativität, aber auch in der internen und externen Kommunikation einsetzt. Auch kann sie für die Strategie des CSR/CCR und Employer Brandings genutzt werden. Nicht zuletzt fördert Kunst die Bildung und Persönlichkeitsentwicklung der Mitarbeiter und das Image des Unternehmens.

Wer junge und moderne Kunst in den Unternehmen hat, schafft eine wertige Umgebung, eine inspirierende Wohlfühlatmosphäre nach innen und eine Wertigkeit nach außen. Kunst fördert die Unternehmenskultur – aber nur, wenn man sie auch für sich nutzt, wenn man sie betrachtet und sich näher auf sie einlässt.
Wenn man nach dem Return on Invest beim Engagement für Kunst fragt, liegt genau hier der Mehrwert. Und um den geht es in meinem Vortrag.

 

Sie sprechen außerdem von der Wichtigkeit der Kreativität in einer Zukunft der künstlichen Intelligenzen. Warum ist dies so? Und wie finden wir unsere Kreativität?

Das Weltwirtschaftsforum in Davos veröffentlichte 2016 eine Studie, in der zehn Skills genannt werden, die notwendig sind, um im digitalen Wandel und der Industriellen Revolution 4.0 erfolgreich bestehen zu können. Stand 2015 die Kreativität noch auf Platz 10, wird sie im Jahr 2020 auf Platz drei stehen. Das ist ein enormer Quantensprung! In wenigen Jahren wird Kreativität also einen hohen Stellenwert in der Wirtschaft einnehmen. Auf diesen Wandel werden Unternehmen sich schon jetzt vorsorglich einstellen müssen.

Wenn Kreativität immer wichtiger wird, müssen aber auch Unternehmen und Mitarbeiter in dieser Hinsicht zusammenpassen. Ein konservatives Traditionshaus wird es schwer haben, kreative Mitarbeiter anzuziehen und zu halten. Die große Frage ist daher, wie Unternehmen selbst Kreativität im Sinne einer modernen Unternehmenskultur entwickeln und leben können, um im nächsten Schritt kreative und talentierte Menschen für sich gewinnen und längere Zeit binden zu können.

Mit Kunst in ihrem Haus oder mit Kunstengagement können Firmen sich das Image des innovativen, aufgeschlossenen Unternehmens nach außen geben. Und Kunst kann für die Mitarbeiter eingesetzt werden in Kreativtrainings. Kunst hat die Kraft, Kreativität nicht nur zum Ausdruck zu bringen, sondern auch zu befördern. Sie ist ein besonders geeigneter Kreativmotor, weil sie alles zeigt und fordert, was Menschen benötigen, um in der neuen Arbeitswelt kreativ zu werden – zum Bespiel Toleranz, kritisches, komplexes Denken und differenzierte Wahrnehmungsfähigkeit. Sie ist Ausdruck von Anders- und Querdenken und beweist den Mut, Neues auszuprobieren, Altes und Bekanntes auf den Kopf zu stellen oder umzudrehen. Kunst weckt Neugier.

Wie das (Wieder-)Erlernen von Kreativität geht? Das verrate ich in meinem Vortrag!

 

Was macht Ihre Vorträge besonders?

Die Vorträge gehen über Kunst und die Förderung der Wirtschaft durch Kunst. Das allein ist schon etwas Besonderes.
Die Themen Kommunikation und Kreativität durch Kunst werden mit anschaulichen Beispielen dargestellt und interessant vermittelt. Es ist sicher ein informativer und lehrreicher Vortrag, der neue Erkenntnisse ermöglicht und den Horizont erweitert.

 

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Lehmann!