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Dr. Nico Rose

„In das Glück der Mitarbeiter investieren“ – Interview mit Dr. Nico Rose

Dr. Nico Rose ist Spezialist für Positive Psychologie. In seinen Vorträgen und im Interview mit Athenas spricht er über die Wichtigkeit von Glücklichsein und moderne Führung.

Dr. Nico Rose ist Coach und Experte für Positive Psychologie. Im exklusiven Interview mit Athenas spricht er über Zufriedenheit am Arbeitsplatz, Glück und Führungspersönlichkeiten.

 

Herr Dr. Rose, Positive Psychologie ist ein zentrales Thema in Ihren Vorträgen. Können Sie kurz erklären, was sich hinter diesem Begriff verbirgt?

Die Positive Psychologie ist ein junger Teilbereich der akademischen Psychologie. Sie widmet sich jenen Themen, die man in der Buchhandlung am ehesten im Regal für Ratgeberliteratur finden würde: Was sorgt dafür, dass Menschen sich glücklich und zufrieden fühlen? Welche Faktoren bewirken, dass Menschen ihr Leben, oder auch nur Teilbereiche wie die Arbeit, als sinnvoll empfinden? Genauso gut geht es aber auch um die Frage, was Menschen erfolgreich macht, innerhalb und abseits des Jobs. Neu daran ist, dass diese Fragen mit „harten“ wissenschaftlichen Methoden erforscht werden, z.B. Experimenten und Langzeitstudien. Das gibt es in der Form erst seit wenigen Jahren.

 

Sie sprechen über „Return on Happiness“. Was bedeutet das?

Menschen glauben intuitiv, dass Zufriedenheit ein Resultat erfolgreichen Handelns ist, nach dem Motto: Werde erfolgreich, dann wirst du auch glücklich sein. Und das mag ja in Maßen auch zutreffen. Es mehren sich allerdings die empirischen Hinweise, dass die gegenteilige Hypothese mindestens genauso richtig ist. Ergo: Glückliche Menschen – oder etwas allgemeiner – Menschen, die häufig positive Emotionen erleben, sind in vielen Bereichen des Lebens erfolgreicher als die „Miesepeter“. Darüber hinaus mehren sich auch die Anzeichen, dass Organisationen in monetärer Hinsicht davon profitieren, wenn sie in das Glück ihrer Mitarbeiter investieren. Solche Maßnahmen kosten zwar in der Regel Geld, werden aber durch Effekte wie gesteigerter Motivation und Mitarbeiterbindung, oder auch ein Mehr an Kreativität und Innovation um ein Vielfaches wieder aufgewogen.

 

Inwiefern beeinflussen die Erkenntnisse der Positiven Psychologie die Leistung von Mitarbeitern?

Es gibt hier sehr viele verschiedene Ansätze: Z.B. wird erforscht, was dazu führt, dass Menschen ihre Arbeit und das Leben an sich als sinnvoll empfinden. Dieses Sinnerleben ist der vermutlich stärkste Motivator überhaupt. Ebenso schaut man sich an, welche Kommunikationsmechanismen dazu beitragen, dass Teams Höchstleistungen erbringen – und welche Rolle Führungskräfte hier spielen. Ein Stichwort sind hier High-Quality Connections (HQC), Beziehungen, die durch respektvollen Umgang, Vertrauen und „gegenseitige Befähigung“ charakterisieren lassen. Weitere Themen wären die Fragen, unter welchen Umständen Menschen gute Entscheidungen treffen oder Durchhaltevermögen entwickeln und Ziele nachhaltig verfolgen.

 

Wie hat sich die Rolle von Führungspersönlichkeiten in den letzten Jahren verändert?

Das ist ein sehr breites Thema und nur schwer in wenigen Worten zu beantworten. Vielleicht sage ich lieber, was ich mir für die kommenden Jahre wünsche: Dass noch mehr Führungskräfte sich für ein Modell à la „Servant Leadership“ entscheiden, die Führungsrolle als eine Art Dienst am und für den Mitarbeiter verstehen – und weniger die des Helden und Anführers.

 

Was können Ihre Zuhörer von einem Ihrer Vorträge erwarten?

Mir ist wichtig, dass ich mich mit meinen Themen auf wissenschaftlichem Terrain bewege. Erfolgsgurus und „Tschakka-Rufer“ gibt es schon genug. Von daher enthalten meine Vorträge eine hohe Informationsdichte und sind entsprechend anspruchsvoll. Ich habe mir allerdings sagen lassen, dass es mir immer wieder gelingt, inhaltliche Tiefe mit einem sehr verständlichen und unterhaltsamen Vortragsstil zu verbinden. Ich denke, diese Mischung macht´s.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Sind Sie an einem Vortrag unseres Referenten interessiert? Hier geht es zu Dr. Nico Roses Referentenprofil.