Loading content ...

Emil Schmidt

“Ich unterscheide nicht mehr zwischen Rationalität und der inneren Gewissheit” – Interview mit Emil Schmidt

Emil Schmidt begleitet die unterschiedlichsten Menschen bei Entscheidungsprozessen. Im Interview mit Athenas erklärt er, wie sein Name “Entscheidungshebamme” entstanden ist, wie Entscheidungsprozesse ablaufen und wann Vorträge für ihn wirklich erfolgreich sind.

Emil Schmidt nennt sich die “Entscheidungshebamme”. In seinen inspirierenden Vorträgen zeigt er, wie Entscheidungsmuffel entscheidungsfreudig werden! Im exklusiven Interview mit Athenas spricht er über Entscheidungsprozesse, die Angst vor dem Ungewissen und seinen außergewöhnlichen Namen “Entscheidungshebamme”.

 

Herr Schmidt, Sie nennen sich die „Entscheidungshebamme“. Was verbirgt sich hinter diesem Titel?

Das Schöne ist ja, dass ich diesen Namen selbst gar nicht erfunden habe. Ich halte besonders gerne Vorträge mit Live-Beratungen, wenn die Offenheit und Vertrautheit vor Ort stimmen. Dann kann jeder sehen, was ich warum tue. In solch einem Live-Vortrag vor Trainerkollegen kam am Ende eine Kollegin zu mir (Sie hatte sich an diesem Abend zu einem Live-Coaching bereit erklärt) und sagte zu mir: »Du arbeitest ja wie eine Entscheidungshebamme! « Ich hatte diesen Namen noch nie gehört, doch er resonierte sofort in mir und am nächsten Tag sicherte ich mir gleich die Domain für den Internetauftritt. Ich empfinde mich dabei auch stimmig gesehen: Ich unterstütze wie eine Hebamme bis zum Zeitpunkt der Geburt. Sein »Baby « bringt der jeweilige Mensch selbst zur Welt.

 

Sie sprechen in Ihrem Vortrag über Entscheidungsprozesse. Wie wird EINE Entscheidung zu MEINER Entscheidung?

Wir Menschen haben ja oft den Eindruck, als wären wir den Umständen ausgeliefert. Wenn es so wäre, müssten wir uns als Menschen ansehen, die nur noch reagieren und gar nicht aus einer Selbstgewissheit heraus handeln können. Wenn das wiederum so wäre, wäre es mir persönlich nicht nur sehr langweilig, sondern ich hätte gar keine Freude mehr daran, auf dieser Erde zu leben und kreativ tätig zu sein. Wie ich mich zu den Umständen verhalte, ist meine Entscheidung, egal wie klein oder groß, wie schwer oder leicht diese Umstände sich auch anfühlen mögen. Und so ist jede Entscheidung, die ich treffe, nicht nur »eine« Wahl, sondern »meine« Wahl auf dem Weg hin zu dem, der ich sein möchte.

 

Sie sind auch Mathematiker. Wie passen Entscheidungen und Mathematik zusammen?

Ich unterscheide mittlerweile gar nicht mehr zwischen der Rationalität und der inneren Gewissheit. Mir gefällt das Bild eines Menschen, der in sich den Fahrer und den Beifahrer vereinigt. Der Fahrer (das eigentliche Wesen des Menschen) bestimmt, wo es lang geht. Der Beifahrer führt aus, damit der Fahrer sicher zum Ziel kommt. Dazu braucht es eine Landkarte bzw. ein Navi. Der Beifahrer kann das Navigationsgerät bedienen und damit den Fahrer, der das Ziel bestimmt hat, ganz praktisch mit seiner verstandesmäßigen Kenntnis unterstützen. Wenn sich der Beifahrer in die Zielgewissheit des Fahrers einmischt, gibt es Verwirrungen, Zweifel und Entscheidungsnöte. Es braucht beides, die innere Stimme und die Selbstgewissheit wie auch den Verstand, jedoch mit einer klaren Zuordnung. Diese Klarheit hat im traditionellen Sinn nichts mit »Denken« zu tun.

 

Wir treffen täglich unzählige große und kleine Entscheidungen. Wieso fällt es trotzdem vielen Menschen so schwer Entscheidungen zu treffen?

Weil wir uns vor den Konsequenzen fürchten. Wenn es denn so ist, dass es nur die Selbstermächtigung aus dem Inneren heraus gibt, dann bin ich für alles, was sich aus einer, »meiner« Entscheidung ergibt, auch selbst verantwortlich. Das hört sich erst einmal schwer an, dieses Wort »Verantwortung«. Es ist aber für mich – nach manch eigenen Geburtswehen – zu etwas geworden, was einfach, wenn auch nicht immer leicht ist. Ich gebe Antwort auf das, was die jeweilige Situation verlangt. Letztlich habe ich jede meiner Lebenssituationen selbst mit erwirkt. Starker Tobak, das ist mir klar. Wenn wir »sicher« sein wollen, um ja keine »falschen« Entscheidungen zu treffen, sind wir auf »todsicherem« Weg. Das ist eine Wahl, weder gut noch schlecht. Für mich fühlt sich das nicht stimmig an.

 

Wann ist ein Vortrag für Sie persönlich erfolgreich?

  • Wenn ich authentisch gewesen bin und mir und den Zuhörerinnen und Zuhörern nichts vorgemacht habe.
  • Wenn ich meine Passion gelebt habe, die Freude, dass jeder diese Selbstgewissheit schon besitzt und es »nur noch« den Vorhang beiseite zu schieben braucht.
  • Wenn ich das Energiefeld der Anwesenden (da ist alles drin, die Menschen, der Raum, die jeweilige Zeit) stimmig aufgenommen habe und mit meiner Erfahrung, Intuition und dem »Beifahrer« Verstand den größtmöglichen Nutzen weitergegeben habe, nämlich dass es lohnt, der inneren Führung zu vertrauen.
  • Wenn ich bei dem, was ich rüberbringe, vollkommen die Finger von Ratschlägen gelassen habe, und selbst vorangehe im Sinne der inneren Führung.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Haben Sie Interesse an einem Vortrag unseres Referenten? Hier geht es zu Emil Schmidts Referentenprofil.